2017 - Februar

Wir kamen. Wir sahen. Wir säten. Der Februar läutet mit seinen ersten wärmeren Tagen die Gartensaison ein. Endlich! Nachdem wir den Januar mit Planen und Saatschätze-Auffüllen verbracht haben, können wir uns nun endlich wieder unsere Hände dreckig machen. Wir säen unser Gemüse übrigens jedes Jahr selber an, wenn möglich sogar mit unserem eigenen Saatgut. Tomaten, Zucchetti, Kürbis, Gurken, Peperoni, Chilis und Kartoffeln wandern so schon seit Jahren immer wieder in den Boden und bescheren uns eine reiche Ernte.

 

Für die Anzucht unserer Setzlinge verwenden wir normale Aussaaterde und eine gefühlte Tonne Joghurtbecher, denen wir mit dem Lötkolben ein Loch in den Boden brennen um Staunässe zu verhindern (so bleibt die Stelle weiterhin stabil und reisst nicht ein). Warum wir so viele Becher brauchen? Wir haben uns schon immer gefragt, warum man sich die Mühe machen muss, Setzlinge noch zu pikieren. Nach unserer Erfahrung stellt ein Setzling, wenn er gestört wird, sein Wachstum für ca. 2 Wochen ein. Dazu kommt, dass beim Umpflanzen immer mal wieder hier und da was umknicken oder abbrechen kann, was wir eigentlich gar nicht wollten. Finden wir alles blöd. Daher setzen wir diese lieber gleich von Anfang an in ihren eigenen Becher und lassen bis zum grossen Auspflanzen nach den Eisheiligen alles so wie es ist. Den Becher füllen wir bei Tomaten, Chilis und Paprikas übrigens zu Beginn nur zu 1/3, damit wir immer wieder mit Erde auffüllen und den Setzling so stabilisieren können – und mehr Wurzeln bilden sich so auch noch. Eine klassische Win-Win-Situation. Auch ganz wichtig: jede Pflanze stellt fürs Keimen ganz eigene Ansprüche an Temperatur und Licht. Sellerie zum Beispiel spriesst erst ab 18C und wenn der Samen am Licht ist. Ganz anders Spinat, der in ca. 3cm Tiefe schon ab 10C keimt. Für uns zum Teil ein bisschen zu viel des Guten und Vorgaben und Einschränkungen: mal ganz abgesehen davon, dass wir, wenn immer möglich, sowieso am liebsten direkt ins Beet säen, säen wir einfach alles in der warmen Stube an und berücksichtigen lediglich Lichtkeimer und sobald sich das erste Blattpaar gebildet hat geht’s ab nach draussen ins ungeheizte Treibhaus. Ein bisschen ein Schock für die Kleinen, aber so verhindern wir, dass die Setzlinge zu schnell wachsen und als sogenannte Milchgewächse nur noch schwer weiterzuverwenden sind. Damit wir nicht ständig giessen und jeden Setzling einzeln umhertragen müssen, wandern die vielen Joghurtbecher in lichtdurchlässige Boxen und werden mit Klarsichtfolie abgedeckt, die wir nach Lust und Laune und einem spitzen Bleistift durchlöchern. So verdunstet das Wasser weniger schnell und wir haben weniger Aufwand. Sobald die Wurzeln dann den unteren Teil des Bechers erreicht haben, stecken wir einfach noch einen zweiten Joghurtbecher ohne Loch über den ersten und giessen ab dann nur noch in diesen Zwischenraum. Saubere Sache, oder? Da haben wir uns über die Jahre ganz schön was einfallen lassen.

 

Übrigens, hier mal eine Übersicht von allem, was dieses Jahr bei uns so wächst:

  • Lauch
  • Frühlingszwiebeln
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Chilis (4 Sorten)
  • Peperonis (2 Sorten)
  • Tomaten (4 Sorten)
  • Basilikum
  • Weisskohl
  • Rotkohl
  • Wirz
  • Palmkohl
  • Rosenkohl
  • Auberginen
  • Kohlrabi
  • Randen
  • Erbsen
  • Standgenbohnen
  • Pastinaken
  • Knollensellerie
  • Rüebli
  • Pfälzerrüebli
  • Radiesli
  • Bierrettich
  • Salat (6 Sorten)
  • Ringelblumen
  • Kornblumen
  • Kürbis (2 Sorten)
  • Zucchetti
  • Krautstiele
  • Spinat

Was bei uns sowieso immer wächst:

  • Rosen
  • Rhabarber
  • Krauseminze
  • Goldmelisse
  • Thymian
  • Rosmarin
  • Schnittlauch
  • Oregano
  • Dill
  • Bohnenkraut
  • Schnittknoblauch
  • Petersilie
  • Malve
  • Brombeeren
  • Heidelbeeren
  • Himbeeren
  • Meertrübeli
  • Cassis
  • Trauben (4 Sorten)
  • Zwetschgen
  • Äpfel (4 Sorten)
  • Quitten
  • Feigen (2 Sorten)
  • Kaki
  • Paw Paw
  • Kirschen (2 Sorten)
  • Topinambur
  • Safran 

… und zu guter Letzt wächst bei uns auf der Hube folgendes wild:

  • Holunder
  • Lindenblüten
  • Pilze
  • Brunnenkresse
  • Hagebutten
  • Brombeeren
  • Bärlauch
  • Rosen
  • Huflattich
  • Schlüsselblumen
  • Brennnesseln

Sie sehen: auch dieses Jahr wird uns nicht langweilig.

 

Für Direktsaaten ist es im Moment leider noch ein kleines bisschen zu kalt, da der Boden schon noch arg gefroren ist und sich so nur schlecht bearbeiten lässt. Erbsli, Rüebli und Radiesli müssen so halt noch ein paar Tage warten. Dafür haben wir das Frühbeet in Betrieb genommen und warten nun darauf, dass Salat und Kohlrabi munter vor sich hin wachsen.

 

Übrigens haben wir noch Neuigkeiten von der Bärlauch-Front: erste, kleine, ganz mutige Spitzchen sind schon zu sichten! Wir sind also zuversichtlich, dass wir Ihnen schon bald frische Paste und Co. Im Lädeli deponieren können. Der Erntekorb steht jedenfalls schon mal bereit, wir halten Sie auf dem Laufenden.

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