2016 - November

Es wird nur noch kalt und kälter bei uns auf der Hube und dicke Nebelschwaden verdecken uns seit Tagen die Sicht. Wir ziehen uns langsam aber sicher aus dem Garten zurück. Vorher haben wir die letzte Ernte ins Trockene gebracht und verarbeitet.

Haben Sie schon mal den grossen Hobel in unserem Hofladen bemerkt? Dieser ist nicht nur Deko, sondern wartet geduldig auf seinen alljährlichen Einsatz. Sobald der Weisskohl ausgewachsen ist, hobeln wir diesen zu feinen Streifen, verkneten ihn mit einer ordentlichen Portion Salz und so richtig viel Schmackes bis er genügend Flüssigkeit gezogen hat und lassen ihn anschliessend ein paar Wochen in unserem alten Naturkeller zu Sauerkraut vergären. Anschliessend füllen wir ihn in Gläser um, damit auch Sie von einer Portion profitieren können. Wir staunen jedes Jahr aufs Neue, wie aus einem kleinen Korn, viel Liebe, Zeit, Wasser und Wissen über bewährte Konservierungsmethoden so etwas Gutes entstehen kann. Viel mehr braucht es für die nächste Berner Platte nämlich wirklich nicht. Oder haben Sie mal Lust auf etwas Abwechslung? Dann probieren Sie doch mal Szegedinger Gulasch aus, denn auch hier kommt unser hausgemachtes Sauerkraut so richtig schön zur Geltung.

Abgesehen vom Weisskohl pflanzen wir auch Rotkohl an, den wir mit viel Gewürzen und Rotwein so richtig schön herzhaft einkochen. Unschlagbar zu Wild mit etwas Spätzli, aber auch nur so mit ein paar Salzkartoffeln und einem Wienerli… das trübe Herbstwetter kann kommen!

Ebenfalls die Beeten räumen mussten die letzten Rüebli, sowie der Knollensellerie. Erstere haben wir ja schon, wie bereits erwähnt, zu Russischem Salat verarbeitet, der nun geduldig darauf wartet von Ihnen verspiesen zu werden. Auf Letzteren haben wir wirklich sehnsüchtig gewartet, da dies die letzte Zutat für unser hausgemachtes Gemüse Bouillon Pulver ist. Nachdem wir die unendlich vielen, kleinen, haarigen Wurzeln geputzt hatten, haben wir die Knollen kleingeschnitten, gedörrt und gemahlen und anschliessend mit vielen anderen Gemüsen, Pilzen und Kräutern vermengt.

Wir hätten unseren Tomaten wirklich gerne noch ein paar Sonnenstrahlen mehr gegönnt, leider hat es sich aber abgezeichnet, dass bereits anfangs November die ersten Minustemperaturen auf uns zukommen, welche die heiklen Nachtschattengewächse so gar nicht gut vertragen. Wir haben die letzten noch unreifen Tomaten somit schweren Herzens abgelesen und in der warmen Stube nachreifen lassen. Dies klappt übrigens auch ohne grossen Zusatzaufwand hervorragend, probieren Sie es aus! Wir haben dadurch für unseren privaten Bedarf bis in den tiefen Winter frische Tomaten, die wir je nach Lust und Laune verarbeiten.

Unser Garten ist somit auf den ersten Blick ziemlich leer; nur noch der Winterlauch harrt in der Kälte aus und wird hoffentlich noch etwas dicker. Auf den zweiten Blick ragen aber schon die zarten Spitzen der Knoblauchs und er Zwiebeln hervor, die wir nächstes Jahr ernten können, bevor wir die Beete nach den Eisheiligen wieder in Betrieb nehmen.

Und so kam es, wie es kommen musste: kurz darauf erstarrte unser Garten im ersten Frost. Für uns immer ein bisschen mit Wehmut verbunden, da dies das definitive Ende der Gartensaison besiegelt, aber gleichzeitig finden wir die vielen kleinen Eiskristalle, die um die Wette glitzern und uns jeden Morgen mit neuen Kunstwerken überraschen, einfach wunderschön. Und schliesslich gibt es auch Gemüse, das Frost benötigt, um überhaupt geniessbar zu werden. Dazu gehört der Federkohl, den wir wie jedes Jahr für unseren Eigenbedarf anpflanzen und zu deftigem Grünkohl verarbeiten. Ein weiterer Kandidat ist der Rosenkohl, aber auch Hagebutte und unsere Kakis brauchen Frost um geniessbar zu werden. Das hat die Natur mal wieder gut eingefädelt, oder?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0