2016 - Oktober

... und schon ist er da, der Herbst. Wir waren so beschäftigt damit, unsere Ernte in trockene Tücher zu bringen, dass wir die ersten zaghaften Vorboten gar nicht wirklich bemerkt haben. So wurden die Blätter bei uns auf der Hube erstaunlich spät farbig und auch die Temperaturen blieben lange stabil (zugegeben: nicht warm, aber stabil). Beinahe von heute auf morgen war es aber soweit; die ersten Blätter zeigten sich in feurigen rot und orange Tönen. Wunderschön, nicht? Aber der Herbst heisst bei uns auf der Hube auch, dass die Guschti aus ihren Sommerferien auf der Alp wieder bei uns Zwischenhalt machen und es somit rund um die Uhr fröhlich bimbelt und muht, was was Zeug hält. Manchmal kommen wir uns fast wie in einem Gotthelf Filmset vor und denken: wir haben es so schön hier, das glaubt uns mal wieder keiner. Und so ist es halt, wie es ist: der Herbst ist da und mit ihm die vielen Arbeiten, die benötig werden, um den Garten winterfest zu machen. So stutzen und schneiden wir im Akkord, binden zusammen und leeren und putzen die vielen Wassertröge und -fässer rund ums Haus, damit diese durch gefrierendes Wasser nicht plötzlich Risse bekommen.

 

Was den Garten betrifft haben wir uns zwar ein wenig gesträubt, aber schliesslich mussten wir uns trotzdem damit abfinden, dass sich das Gartenjahr langsam seinem Ende zuneigt. So haben wir die letzten Zucchetti geerntet und schnurstracks zu Curry Zucchetti verarbeitet (schliesslich läutet das Ende der Gartensaison ja zum Glück auch gleich den Beginn der Raclette Saison ein!). Und auch Tomaten ernten wir nun im Akkord, da diese die anstehenden kühlen Temperaturen so gar nicht vertragen und den ersten Frost somit ja nicht erleben dürfen. Das gleiche gilt für unsere Auberginen, die nun endlich eine stattliche Grösse angenommen haben und stolz vor sich hin glänzen.

Endlich ein paar Beete leeren konnten wir jedoch durch die Ernte der Randen, die wir wiederum zu Salat verarbeitet und für Sie im Hoflädeli deponiert haben. Zusammen mit einer kleinen, frisch gehackten Zwiebel haben Sie subito eine gesunde Beilage gezaubert. Praktisch, oder? Was dieses Jahr im Wasser war, wissen wir auch nicht so genau, aber wir mussten beim Herausziehen unserer Rübli schon ein bisschen lachen; im Notfall können wir damit jemanden erschlagen. Uns soll es recht sein, schliesslich setzen wir die leuchtend orangen Wurzeln vielseitig ein und raspeln, pürieren, trocknen und hobeln was das Zeug hält. Lassen Sie sich überraschen, wir haben da noch ein paar Ideen auf Lager! Ein netter Nebeneffekt der Rüebliernte: durch die Mischkultur mit Winterlauch wurde dieser gleich noch etwas gelockert und angehäufelt und kann sich nun frisch aufgepäppelt seinem weiteren Wachstum widmen. Noch etwas gedulden müssen wir uns ebenfalls mit dem Knollensellerie und sämtlichen Kohlarten, wie Rot-, Weiss- und Federkohl sowie Wirz.

Damit uns vor lauter Warten nicht langweilig wird, streifen wir mit Korb und Messer bewaffnet durch die Wälder und halten nach Pilzen wie Steinpilzen, Eierschwämmli und Herbsttrompeten Ausschau. Auf letztere warten wir schon seit Längerem besonders sehnsüchtig, schliesslich sind diese beinahe schwarzen Pilze die letzte aromatische Zutat für unser hausgemachtes Gemüsebouillon Pulver.

Die fleissig täglich geernteten und eingefrorenen Brombeeren haben wir endlich mit etwas Vanille zu einer herrlichen Gonfi verarbeitet und auch die leeren Beete haben wir wieder mit haufenweise Knoblauch und Winterzwiebeln gefüllt, damit wir schon im Frühling unsere und Ihre Vorräte auffüllen können. Etwas weniger Arbeit machen die Ringeli, was das Überwintern angeht; diese säen sich seit Jahr und Tag zuverlässig von selber an Ort und Stelle wieder aus und wenn man ganz genau hinschaut weiss man, warum die heilenden Blumen Ringeli genannt werden.

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