2016 - Januar

Endlich! Der Winter ist da! Das neue Jahr hat zuerst mit spektakulären Sonnenuntergängen begonnen und die Landschaft anschliessend in eine weisse Schneedecke gehüllt. Vreni wusste schon Tage vorher, dass es schneien würde; die vielen kleinen Wurmhäufchen haben ihr verraten, dass sich die Regenwürmer so gar nicht auf die bevorstehende Kälte freuen und sich daher lieber ins tiefere Erdreich verabschieden.

Unsere Orpingtons stört das wenig. Sie gackern fröhlich vor sich hin, Fritz übt sich fleissig im Krähen (und das gar nicht mal schlecht!) und wir haben das erste Ei der Saison gefunden. Das neue Jahr hält also auch dieses mal nicht zu knapp Arbeit für uns parat und so verwenden wir die frischen Eier für unsere handgemachten Tagliatelle und Merängge in allerlei Geschmacksrichtungen.
In unserem Garten befinden sich nur noch die zähen Kohlsorten und so schlemmen wir immer noch frisches Gemüse wie Rotkabis, Federkohl, Bodenkohlrabi und Rosenkohl. Den Rotkabis verarbeiten wir übrigens auch zu herzhaftem Gemüse und füllen dieses heiss in Gläser ein - eine herrliche Beilage zu kräftigen Speisen wie Wild oder Polentaschnitten mit ganz viel Knoblauch. Probieren Sie es aus, Sie werden nicht enttäuscht sein. Selbstverständlich haben wir Ihnen eine grosszügige Menge im Hofladen hingestellt. Greifen Sie zu und schlemmen Sie mit!

Nebst dem Gemüse hat auch der Salbei noch vereinzelt grüne Stellen und steht uns somit als frischer Erkältungstee bei Hals- und Schluckweh zur Seite. Zugegeben; der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig. Aber die antibakterielle Wirkung des Salbeis wird schon seit Jahrhunderten geschätzt. Da wir schon beim Tee sind: auch die Hagebutten hängen noch leuchtend rot in den Büschen. Das ist auch gut so, denn sie sind erst nach einem Frost so richtig geniessbar.
Bei den Blumen gehört die Zaubernuss jedes Jahr aufs Neue zu den allerersten Frühboten der Natur, welche mit ihren feurigen Rot-, Orange- und Gelbtönen ein bisschen Farbe in die trüben Wintertage bringt. Wunderschön, oder?

Der Januar gehört bei uns aber definitiv zu den ruhigsten Monaten im Jahr. Die Zeit nutzen wir aber gerne um die kommende Gartensaison gründlich zu planen. Man kann ja bekanntlich aus allem eine Wissenschaft machen und gerade bei der Gartenplanung will alles mögliche beachtet werden. Vorsaat? Folgesaat? Mischkultur? Mondphase? Erdbeschaffenheit und pH-Wert? Wenn wir alles beachten würden, könnten wir anschliessend gleich an die Schachweltmeisterschaft. Da das nicht zuoberst auf unserer Liste steht, picken wir einfach raus, was uns wichtig erscheint, und überschauen den Rest gekonnt. Wir berücksichtigen beispielsweise, dass wir Starkzehrer (z.B. Kohl) jedes Jahr an einer anderen Stelle pflanzen, damit sich der Boden erholen kann. Zudem versuchen wir auf die Mondphasen zu achten (wenn es nichts nützt, hat es wenigstens nicht geschadet) und prüfen zuletzt, ob wir eine Mischkultur geplant haben, die sich so gar nicht verträgt. Aber auch das letzte Jahr lassen wir nochmals kurz Revue passieren und so haben wir uns dieses Jahr dafür entschieden, den Lauch mit Rüebli zu umzingeln, damit sie mit ihrem intensiven Duft die Lauchmotte vertreiben und wir nicht wieder die Hälfte der Ernte verlieren.

Bei den Tomaten ist Umziehen etwas schwierig, weil die Häuschen halt nunmal fest verbaut sind. Damit die Erde nicht einseitig ausgelaugt wird (Tomaten gehören auch zu den Starkzehrern), verwenden wir nebst unserem Hühnermist einen selber hergestellten Dünger und behandeln den Boden im Frühjahr damit. Was das mit Januar zu tun hat? In unserem Dünger befinden sich je ein Teil Bananenschale (für mehr Kalium), Eierschale (wegen dem Kalzium, davon brauchen Tomaten richtig viel) und Kaffeesatz (beinhaltet Stickstoff, Phosphor und Kalium und senkt den pH-Wert des Bodens). Wir käffelen, essen Bananen und schälen also Eier wie die Weltmeister und bewahren alles wie kleine Schätze auf, damit wir bis im Mai, wenn wir die Beete aufbereiten, genügend Material haben. Machen Sie doch mit, günstiger kommen Sie nicht zu bestem Tomatendünger!

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