2015 - Dezember

Wir geben es zu: wir wollten mit Bildern einer verschneiten Märchenlandschaft so richtig dick bei Ihnen angeben. Also haben wir gewartet, gewartet und gewartet. Aber irgendwie will der Winter bei uns nicht so recht. Anstelle der ersehnten Winterdecke macht sich bei uns dafür dicker Nebel breit, welcher über Nacht zu filigranen Eiskristallen gefriert. Wunderschön!

Die sonnigeren Tage haben wir nutzen können, um die Apfelbäume grosszügig zurück zu schneiden, damit sie für die nächste Saison gewappnet sind. Eine alte Regel besagt: durch die Krone eines frisch geschnittenen Obstbaums sollte man immer einen Hut werfen können. Nun warten die Abschnitte an einem trockenen Plätzchen darauf im Frühling zu Anzündbündeln, so genannten "Wedele", zusammengebunden zu werden.

Unsere Orpington Hühner haben ebenfalls eine wohlverdiente Winterpause eingelegt. Diese Rasse ist eine alte Zweinutzungsrasse und wurde weder für die Fleisch-, noch für die Eierproduktion gezüchtet. Es handelt sich schlicht und einfach um stink normale Hühner, wie es sie früher einmal gab. Und da ein Küken in den Wintermonaten in der freien Natur eigentlich kaum Überlebenschancen hätte, gibt es im Moment für unsere Hühner auch keinen Grund Eier zu legen. So müssen wir mit unserer Pasta und Merängge Produktion halt noch ein bisschen warten.

Da uns der Garten im Winter ein bisschen weniger in Anspruch nimmt und wir nebst Hühnerstall Misten eigentlich nicht viel zu tun haben, wird uns langsam langweilig. Aber lagen nicht noch ein paar Kürbisse im Keller? Die orangen Kugeln sind wahre Überlebenskünstler; einmal geerntet, halten sie sich ohne grössere Kratzer im kühlen Keller bis zu einem Jahr. Ob als Alternative zum Kartoffelstock, für Gnocchi, süss-sauer eingelegt oder als Röstgemüse aus dem Ofen; hier kommt jeder auf seine Kosten. Oder was gibt es in der kalten Winterzeit herrlicheres, als eine dampfende, hausgemachte Kürbissuppe? Aber eben, nach einem langen Arbeitstag noch Kürbisse rüsten? Kein Problem, wir haben da schon was für Sie vorbereitet. Damit auch Sie in den Genuss kommen, haben wir Ihnen natürlich ein paar Gläser abgefüllt und im Hofladen deponiert. Mit oder ohne Rahm? Sie entscheiden selber!

A propos Verwöhnen: als uns die getrockneten Wildrosenblätter in die Hände kamen, kam uns eine zündende Idee. Warum nicht mal wieder Badebomben machen? Da die Herstellung einen riesen Spass macht, konnten wir gar nicht mehr damit aufhören. Aus den ursprünglich nur Rosen wurden schliesslich auch noch Blüten und Rosmarin/Thymian Bomben. Badewanne einlaufen lassen, Kugel rein und los geht das sprudelnde Vergnügen.

Nebst den Kürbissen haben wir sämtliche getrockneten Schätze der letzten Gartensaison in Gewürz- und Teemischungen verwandelt. Eine ganz schön staubige Angelegenheit! Wir hoffen, die Mühe hat sich gelohnt und sind schon auf Ihr Feedback gespannt. Zu viel Salz? Zu wenig Knoblauch? Lassen Sie es uns wissen. Über Geschmack soll man zwar bekanntlich nicht streiten, aber wir entwickeln uns gerne wo nötig weiter.

Schliesslich haben wir noch ein bisschen Farbe in das neblige Grau gebracht und die letzten feuerroten Chilis der Sorte "Scotch Bonnet" geerntet und getrocknet. Diese kleinen Kerlchen haben es ganz schön in sich; dank einem Scoville Wert von 100'000-300'000 Einheiten brauchen Sie zum Löschen der Schärfe eine Badewanne voll Wasser. Wenn Ihnen also von unserer Suppe nicht warm wird, helfen wir gerne mit unseren getrockneten Chilis nach.

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